Kanuslalom in Roudnice: Starkes Wochenende für den KKR
Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften im tschechischen Roudnice konnten die Rosenheimer Slalomkanuten mit zahlreichen starken Platzierungen behaupten. Allen voran der 18-jährige Marian Arnu, der es sowohl im Kajak-Cross, im Kajak-Sprint als auch im Canadier-Einer mit Platz 3 aufs Podium schaffte. Maxi Scott sorgte beim abschließenden Kajak-Sprint mit Platz 2 für eine echte Überraschung. Zu dem bundesoffenen Rennen reiste allerdings nur ein kleines Trio des Kajak Klubs Rosenheim ins nordböhmische Roudnice nad Labem: Marian Arnu, sein Bruder Jonathan sowie Maxi Scott. Ausgerichtet wurde der traditionsreiche Wettkampf wie jedes Jahr sehr routiniert von der SG Kanu Meißen e.V.
Der Slalomkanal in Roudnice nad Labem entstand bereits in den 1960er Jahren, als der ortsansäßige Kajakverein die dortige Floßschleuse in eine Wildwasserstrecke umbaute. Das gesamte Kanalbett ist heute mit Schienen für variable RapidBloc-Hindernisse ausgestattet und ermöglichen eine flexible Umgestaltung der Strecke. Davon wurde in diesem Frühjahr erstmals seit einigen Jahren wieder Gebrauch gemacht, was die Anlage technisch anspruchsvoller machte und die Rosenheimer Fahrer zwang, sich neu auf den Slalomkurs einzustellen. Die Strecke liegt rund 50 Kilometer nördlich von Prag vor der malerischen Kulisse der Elbe und der historischen Altstadt von Roudnice. Sie zählt zu den meistgenutzten Wettkampfstätten im deutschen Kanuslalom-Kalender – im Herbst 2025 fand dort die Deutsche Meisterschaft statt, der Deutschlandcup ist regelmäßig zu Gast, ebenso der ECA-Cup für den Nachwuchs. Tschechien ist in dieser Hinsicht deutlich besser aufgestellt als Deutschland: Im Großraum Prag allein stehen mit Troja, Brandýs, Veltrusy und Roudnice mehrere internationale Wettkampfstrecken zur Verfügung.
Das Wochenende begann am Freitag Nachmittag mit einem Kajak-Cross. Am Samstag und Sonntag folgte jeweils ein vollständiger Slalomwettkampf mit zwei Läufen, am Sonntagnachmittag zusätzlich ein Sprint. Die Wettbewerbe liefen am Samstag von 10 bis 18 Uhr, am Sonntag von 9 bis 19 Uhr – mit mehr als 350 Einzelstarts und Paddlern aus über 30 Vereinen platzte die Veranstaltung aus allen Nähten. Der große Zulauf erklärte sich auch damit, dass eine Woche später der Deutschlandcup im nur eine halbe Stunde entfernten Veltrusy stattfand – viele Teams nutzten Roudnice als Vorbereitung und kombinierten beide Reisen. Dazu herrschte hochsommerliches Wetter: beste Bedingungen für Rennen, aber nach drei langen Tagen auch eine spürbare Belastung.
Das stärksten Ergebnisse am Wochenende konnte Marian Arnu einfahren und bewies einmal mehr seine große Vielseitigkait. In der neuen olympischen Disziplin, im Kajak-Cross kämpfte er sich am Freiteag bis ins Finale vor und belegte dort Rang 3. Auch in den klassischen Kanuslalom-Disziplinen wusste er zu überzeugen; Im Canadier-Einer konnte er ebenfalls einen dritten Platz verbuchen und im Kajak belegte er einen starken 5. Platz. Im abschließenden Kajak-Sprint auf halbierter Strecke mit nur 8 Toren konnte er ebenfalls in der Alterklasse U18 bis auf Rang 3 vorfahren. Ein rundes Wochenende für Marian Arnu gegen ein starkes Feld, in dem Tagessieger Pascal Brandenburg (BSV Halle) und Jakob Ungvari (LKC Leipzig), beides Nationalmannschaftsfahrer, den Ton angaben.
Auch die beiden anderen Starter zeigten klar aufsteigende Form: Maxi Scott (K1 männlich U16) belegte am Samstag Rang 10 (98,07 s) und verbesserte sich am Sonntag auf Rang 6 (103,07 s). Im Sprint überzeugte er besonders: Mit 27,55 Sekunden ohne Strafpunkte erreichte er in der Altersklasse U16 den zweiten Platz. Jonathan Arnu (K1 männlich U16) zeigte am Samstag mit Rang 8 (92,69 s) eine seiner besten Platzierungen in einem MDM-Lauf, am Sonntag folgte Rang 9 (105,08 s). Beim Kajak-Cross am Freitag bewies er Tempo: In den Time Trials paddelte er ausgesprochen schnell und zog sicher ins Halbfinale ein, wo er als Vierter jedoch unglücklich ausschied. Der Sprint verlief mit vielen Strafpunkten nicht nach Wunsch, doch über die volle Slalomstrecke und im Cross unterstrich Jonathan seine Konkurrenzfähigkeit in der U16. Für das kleine Rosenheimer Team war Roudnice ein gelungener Saisonblock: gute Platzierungen, breite Wettkampferfahrung über drei Disziplinen und wertvolle Vorbereitung auf den unmittelbar folgenden Deutschlandcup in Veltrusy.





