Vogelkunde für Kanuten – Chiemsee und Tiroler Ache

Vogelkunde für Kanuten – Chiemsee und Tiroler Ache

Mit diesem Titel lockte der Bezirk Oberbayern des Bayerischen Kanuverbandes trotz zunächst regnerischen Wetters 12 Paddler*innen aus der weiteren Region am 09.05.2026 an den Chiemsee. Treffen war am P Hirschauer Bucht und, nachdem wir von der Singdrossel empfangen worden waren, ging es zum Vogelbeobachtungsturm am Chiemsee.

 

Geführt wurde die Tour von Sabine Pröls vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), die uns nicht nur die Vogelwelt erklärte, sondern auch weitere Aspekte der Natur und des Umweltschutzes nahebrachte. Neben Schwänen, Enten, Kormoranen und Möwen waren die Highlights am Chiemsee der Flussuferläufer und ein Seeadler, später auch noch zwei Schwarzspechte. Alle leider mit dem „normalen“ Fernglas nur schwer zu erkennen.

 

Weitere Vögel wie der Zilpzalp, der Fitis, verschiedene Rohrsänger und andere ließen sich nur akustisch „sichten“. Ganz nah und ohne Angst sie zu verscheuchen, gab es sibirische Iris in der Wiese zu bestaunen – trotz des exotischen Namens ein einheimisches Gewächs, das intakte Feuchtwiesen liebt.

 

Ortswechsel – für den zweiten Teil der Vogelbeobachtung ging es nach Mühlau an die Tiroler Ache mit ihren Kiesbänken. Ziel war es, hier die vom Aussterben bedrohten Flussuferläufer und Flussregenpfeifer zu sehen. Und mit viel Geduld bekamen wir sie auch noch vor das Fernglas, auch wenn sie durch das gesprenkelte Federkleid in den Kiesbänken gut getarnt kaum aufgefallen sind.

 

Bleibt als letztes noch zu klären, weshalb Vogelkunde für Kanuten ein wichtiges Thema ist: Egal ob Zahm- oder Wildwasser – wir alle bewegen uns am und im Wasser und sollten uns auch dessen bewusst sein, was für Auswirkungen dies hat. Wo halten sich insbesondere bedrohte Vögel häufig auf? Stören wir vielleicht bei der Paarung, dem Nestbau oder der Brut, wenn wir uns dem Ufer, dem Schilf oder der Kiesbank nähern? Wie reagieren die Tiere? Erkennen wir Warnrufe rechtzeitig? Fazit: nur was ich kenne, kann ich schützen!

 

Mehr Informationen gibt es beim LBV oder beim Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU)

LBV_Kiesbrueter_Flyer_WEB.pdf
Artenhilfsprogramm Kiesbrüter – LfU Bayern

Bericht und Fotos: bebauer

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